Der Anteil der Bevölkerung, der sich nicht mehr in Büros, Kaufhäusern, Bahnhöfen oder Flughäfen aufhalten kann, ohne massive Stressreaktionen zu entwickeln, wird heute auf etwa 5-7% der Bevölkerung geschätzt. Vor 10 Jahren galten lediglich 0,1 % der Bevölkerung als elektrosensibel - in den nächsten Jahren erwarten Experten bereits einen Anteil von 15 % und mehr.
Elektrosensibilität ist ein modernes Phänomen. Oft werden Aufälligkeiten und Krankheits-Symptome aus Unwissenheit nicht auf Elektrosmog zurückgeführt. Nicht selten gelten diese Menschen als psychosomatisch krank, weil alle üblichen Symptombehandlungen nicht greifen. Kinder gelten als hyperaktiv, aufmerksamkeitsgestört oder lernschwach.
Reaktion auf elektro-magnetische Umweltvergiftung Elektrosensible klagen unter Symptomen wie Unwohlsein, Kopfschmerzen, schweren Schlafstörungen bis hin zu kognitiven Ausfallerscheinungen. In der Literatur werden ebenfalls Bluthochdruck, Schweißausbrüche, Erschöpfungssyndrome oder Blutdruckschwankungen, Schwindel, Tinnitus und Hautkrankheiten genannt. Hinter all diesen Symptomen steht eine Überforderung der biologischen Anpassungsfähigkeit an die extrem erhöhte elektro-magnetische Belastung, die es so in der Evolution nicht einmal ansatzweise gegeben hat.
Wie entsteht Elektrosensibilität? Menschen - und auch Tiere - haben im Gehirn hochsensible Antennen in Gestalt von winzigen Kristallen, die Signale aus der magnetischen Umwelt empfangen und auch solche abgeben. Nur so können zum Beispiel die Zugvögel sich orientieren und miteinander kommunizieren. Wird nun die Menge der zu verarbeitenden Signale zu komplex und zu "anspruchsvoll" - was bei hochfrequenten Signalen der Fall ist - , gerät der Organismus unter Stress. Irgendwann ist dann möglicherweise die Kapazität erschöpft, diesen Stresspegel aufrecht zu erhalten und das System beginnt zu kollabieren. Elektrosensibiliät und -sensitivät sind also das Ergebnis einer lange andauernden Fehlbelastung, die möglicherweise auch eingebunden ist in andere Stressreaktionen, sei es Arbeitsbelastung, Familienkonflikte oder finanzielle Not.
In Schweden ist Elektrosensibilität als Krankeit anerkannt. Die Krankenkassen tragen die Kosten für alle notwendigen Schutzmaßnahmen oder - wenn erfoderlich - Kosten für einen Umzug in weniger belastete Wohngebiete.